MEERFORELLEN – ES MÜSSEN NICHT IMMER 1000 WÜRFE SEIN

Wie heißt es doch so schön: die Meerforelle, das ist der Fisch der tausend Würfe?

Wenn man einige kleine, jedoch entscheidende Details beachtet, muss das nicht sein. Der wichtigste Punkt liegt dabei in der Wahl des Angelplatzes, denn dieser entscheidet über Erfolg und Misserfolg. Der Angelplatz lässt sich heutzutage sehr einfach mit Hilfe der modernen Technik via Internet bestimmen. Das bekommt jeder hin. Man geht ganz einfach auf Google Maps und sucht sich die Küstenbereiche mit gemuschelten Flächen.  Diese sind als schwarze Flecken dargestellt.

Dort sammelt sich nämlich das Futter. Sandaale, Tobiasfische, Krebse und anderes Kleingetier finden dort perfekte Versteckmöglichkeiten zwischen den Steinen. Zudem fallen sie dort auch viel weniger auf, als auf den hellen Sandflächen.

Am Wasser angekommen ist es immer wichtig, sich so ruhig wie möglich an die Riffe anzunähern. Gerade wenn man vom Boot oder vom Bellyboot angelt, macht es Sinn, die Riffe erst einmal mit Wobblern anzuwerfen. Dazu eignen sich bestens die beiden Gamerabrüder 65 SP & 90 SP. Mit ihnen kann man ein Riff erst mal aus der Entfernung anfischen. Man verunsichert so die Fische weniger, als wenn man mit dem Boot/ Bellyboot direkt aufs Riff fährt und nur sinnlos Unruhe erzeugt, was die Fische verscheucht!

Beachtet man dies und man hat die Fische am Platz, so bekommt man oftmals sehr schnell die ersten Kontakte in Form von kleinen Anstupsern oder gar Bissen.

Die Köderführung ist beim Angeln auf Meerforellen spielend einfach. Die Wobbler werden auf maximaler Distanz geworfen und werden einfach eingekurbelt. Den monotonen Lauf des Gamera’s  unterbreche ich jedoch sehr oft (ca. alle 5 Kurbelumdrehungen) mit einem kurzen Spinnstop.

So hebt sich der Köder einfach noch besser ab, denn so passiert aus Sicht der Forellen immer etwas Unregelmäßiges und weckt deren Aufmerksamkeit besser als ein monoton eingekurbelter Köder. Farblich setze ich bei den Hardbaits meistens auf die natürlichen Dekore White Fry und Metallic Bleek.

Um ein Riff gar zu überwerfen kommt bei mir auch ein klassischer Blinker zum Einsatz. Dabei handelt es sich um den P&M Tease N°2 in 18g. Dieser zeichnet sich durch seinen hochfrequenten Lauf aus. Dabei blitzt er durch seine verchromte Rückseite sehr schön auf und imitiert so einen hektisch flüchtenden Kleinfisch.

Auch den Tease N°2 führe ich mit Spinnstops. Dies hat sich bewährt, denn oftmals kommen die Bisse während des Spinstopps, oder direkt danach. Aber Achtung: die Bisse kommen manchmal bretthart und ein heißer Tanz mit vielen Fluchten und Sprüngen beginnt!

Rutentechnisch setze ich persönlich auf die etwas straffere Gunki Kairo 240 H gepaart mit der Gunki SWG FV 300. Die Rolle ist gefüllt mit 0,08er Slidebraid und zum Abschluss kommen gute 120cm 28er Fluorocarbon zum Einsatz.

Auch wenn man so gut vorbereitet ans Wasser kommt, heißt es aber noch lange nicht, dass man Erfolg hat. Die Meerforellen können einen echt schaffen. Da heißt es nur am Ball zu bleiben und werfen, werfen und nochmals werfen, denn in jedem Wurf kann einem das Adrenalin in die Adern schießen!

Wichtig ist es auch, dass man einen schwimmenden Watkescher dabei hat, denn die quirligen Forellen lassen sich nur sehr schwer per Hand landen. Als einzigste Option bleibt einem da nur das Stranden der Fische. Vom Boot aus verwende ich den Specialist Boat Kescher. Dieser ist gummiert und hat große Maschen. Aus diesen lassen sich die Drillinge viel besser lösen, als aus kleinen engen Maschen.

Also Leute: bleibt immer am Ball und haltet durch, die Forellen werden euch belohnen! Und eins kann ich Euch sagen, die Angelei kann süchtig machen, ich spreche da aus Erfahrung ;-)

Euer

Marco Seele