WELS: VERTIKAL MIT WÜRMER, TEIL 1

Die Wassertemperatur steigt und damit auch die Aktivität der Welse. Eine der meist verwendeten Methoden von Bootsliebhabern, die auf diese Fischart angeln, ist das Angeln mit Würmern und einem Wallerholz. Diese bekannte Methode wurde von Jean Claude Tanzilli vor Jahren entwickelt und verbreitet. Im Laufe der Zeit hat sie bei den großen und mehr erfahrenen Fischen an Gewässern mit hohem Angeldruck ein wenig an Effizienz verloren. Aber gerade zum Start der Saison können sogar die größten Monster auf diese Methode reagieren.

Für den Neuling ist diese Methode möglicherweise ein wenig fremd, denn technisch gesehen, angeln wir nicht mit der Rute, sondern mit der Hand!

Materialliste:

Hier einige empfehlenswerte Notwendigkeiten um diese Giganten zu beangeln.

- Eine “In-Line” Rute, da die Rute in einem Rutenhalter liegt und die geflochtene Schnur sich nicht in den Ringen verheddern oder um die Spitze wickeln sollte wenn der Fight beginnt. 2016 hat Pezon & Michel eine Rute ins Programm aufgenommen, die speziell für diese Angelweise gedacht ist: die TITAN BOXING RING IN LINE.

- Eine Rolle, die kräftig genug ist, um mit den Welsen fertig zu werden und die mindestens mit 50er geflochtener Schnur versehen wird. Das mag viel erscheinen, aber aus 2 Gründen ist es besonders wichtig. Da man die Schnur in der Hand hält, gibt es kein “geben” und die Chance ist realistisch, dass die geflochtene beim ersten Anbiss reißt. Bei dünneren Durchmessern gibt es das Risiko, selbst wenn man Handschuhe trägt, dass die geflochtene quer durch und in die Hand schneidet.

- Ein birnenförmiges Gewicht (andere Formen tun es auch) von mindestens 200 Gramm, damit man es “fühlen” kann und gleichermaßen auf dem Echolot erkennen kann. Je nach Strömung kann man bis auf 300 Gramm gehen! Unter dem Gewicht braucht man einen 1.00 geflochtenes Vorfach und ein starker Drilling in 4/0. Es gibt viele, unterschiedlich geformte Gewichte, manche haben Arme oder Schürzen für zusätzliche Vibrationen, man kann auch Rasseln oder Perlen hinzufügen!

- Ein Wallerholz. Dieses alte Angelgerät stammt aus dem Ostblock und wurde in den 90er Jahren dank Fabien Monvoison auch in Frankreich bekannt. Es soll ein “Clonk” erzeugen und dieses Geräusch lockt, aus irgendeinem unerklärlichen Grund, die Welse an. Die Wallerhölze können aus unterschiedlichen Materialen gemacht worden sein (Holz, Kohlefaser, Aluminium,...), unterschiedliche Formen (konkav, konvex,...) und unterschiedliche Größen haben (lang, kurz,...). Das Allerwichtigste bei der Auswahl ist die Höhe des Freibords vom Boot.

- Große (je größer umso besser) Regenwürmer,  aus dem Garten oder im Angelladen kaufen.

- Zu guter Letzt: ein gutes Paar Handschuhe, wenn man seine Finger lieb hat! Spaß beiseite: wenn die Montage genommen wird, kann es richtig brutal zur Sache gehen.

Wie wird geangelt:

Um unter den besten Bedingungen auf Wels zu Angeln, sollte man,
 

- so nah wie möglich am Bootsrand sitzen um mit Wallerholz arbeiten zu können.

- so nah wie möglich am Geber sitzen, damit die Montage innerhalb des Kegels bleibt.

- in der Lage sein, die Einstellungen des Echolots zu ändern und gleichzeitig zu angeln.

- die Rute griffbereit haben (im Rutenhalter), damit man überschüssige Schnur aufwickeln und die Rute direkt greifen kann, so bald ein Anbiss erfolgt.

Wo wird geangelt:

Diese Art des Angeln macht man in der Regeld driftend. Wenn kein Wind oder keine Strömung da ist, braucht man einen Elektromotor. Je nach Jahreszeit findet man die Fische an total unterschiedlichen Stellen.
 

Basis:

                Winter: Dutzende Welse gruppieren sich und sind normalerweise träge. Es ist sehr schwierig sie zum Anbiss zu verleiten.

                Frühling:

- Ab Mitte März trennen sich die Gruppen und die Fische, die sich noch in der Nähe der Gruppe befinden, sind sehr einfach zum Anbiss zu bewegen.

- Im April wird es schwieriger die Fische zu finden und man braucht wirklich lange Drifts um aktive Fische zu finden.

- Ende April / Anfang Mai: die Welse haben die tieferen Stellen verlassen und jagen in den Uferzonen, wo viele andere Fischarten laichen. Es ist einer der besten Momente, sie mit Kunstköder zu fangen.

- Ab Mitte Juni: sie gruppieren sich wieder an tiefen Stellen mit Holz / Felsen und bereiten sich auf das Laichgeschäft vor. Während dieser Zeit, die normalerweise anfängt, sobald die Wassertemperatur Tag und Nacht über 20°C  liegt, sind sie sehr schwer zu fangen.

                Sommer & Herbst:

- Die Welse können sich je nach Tageszeit und Aktivität überall befinden. Auch hier müssen wieder lange Drifts gemacht werden, um die aktiven Fische zu finden.

Dies ist die Basis dieser Methode, aber je nachdem wo und wann man fischt, kann es unterschiedlich sein. Wie jeder Angler, habe auch ich angefangen mit dem, was andere Angler mir ezählt haben. Mit der Zeit und mit der Erfahrung habe ich es angepasst an die Gewässer, die ich befische.

Wenn man auf diese Art und Weise angelt, sieht man Hunderte von Fischen auf dem Echolot, die mal an der Montage riechen, bevor sie wieder abtauchen. Der prozentuale Anteil der Fische, die wirklich anbeißen, ist sehr gering. Damit ist diese Methode wahnsinnig frustrierend, aber macht unglaublich süchtig! Im nächsten Beitrag werde ich die unterschiedlichen Weisen der Köderführung besprechen, damit der “geringe Prozentsatz” in die Höhe geht!

Bleibt dran für mehr. 

Sylvain Giraud